1906: zwei Frühwerke

Zwei mal ein Akt, zwei andere Welten. Marguerite, 20, malt ein sitzendes Modell an der Pariser Akademie «La Grande Chaumière» ausufernd impressionistisch. Victor, 21, malt seinen Bruder Kurt am Ufer des Brienzersees mit klaren Konturen als wärs von Ferdinand Hodler.

Marguerite Frey-Surbek: Académie Assise, 1906 © Kunstmuserum Bern.
Victor Surbek: Badender Jüngling, 1906. © Kunstmuseum Bern.

1920: zwei Selbstportraits

Zwei Charaktere, sechs Jahre nach der Hochzeit. Marguerite 34, präsentiert sich sanft und träumerisch, Viktor 35, kantig und ehrgeizig.

1920 © Kunstmuseum Bern.
1920 © Kunstmuseum Bern.

1930: zwei grösste Erfolge

Das Fresko an der Westfassade des Zytglogge-Turms ist ein Wahrzeichen Berns. Unübersehbar, wenn man vom Bahnhof die Marktgasse stadtabwärts bummelt. «Beginn der Zeit», heisst Victor Surbeks Werk unterhalb des Zifferblatts. Adam, rot und geduckt, will seine nackte Eva schützen. Ein strenger Engel vertreibt beide zusammen aus dem Paradies. Dies ist und bleibt sein prestigereichstes Werk. Victor ist 45.

Im gleichen Jahr feiert Marguerite ihren ersten Auftritt an der Biennale in Venedig. Doch das merkt niemand hierzulande, ein Dutzend Jahre verstreichen, bis Marguerite «Hilda mit Badetuch» in der Berner Kunsthalle zeigen kann. Das tragische Ende besteht darin, dass dieses Bild heute im Keller des Kunstmuseums Bern eingelagert ist. Öffentlich gezeigt wurde es seither kein einziges Mal.

Victor Surbek: «Beginn der Zeit», 1930, Fassade Zytglogge-Turm Bern.
Marguerite Frey-Surbek: Hilda mit Badetuch, 1930 © Kunstmuseum Bern

Zwei mal New York

Nah und fern. Marguerite definierte das künstlerische Verhältnis zwischen ihr und Victor gegenüber der Schweizer illustrierte Zeitung so: «Hoffnungslose Unabhängigkeit, beharrlich weit voneinander getrennte Arbeitstische und totale Verschiedenheit in den verfolgten Zielen».  Das zeigte sich auch beim Reisen. 

1932 erkundet Victor Tunesien zusammen mit den drei Malern Paul Klee, Louis Moilliet und Paul Zehnder. 1939 reist Marguerite allein nach London. Nach Kalabrien fährt das Ehepaar regelmässig gemeinsam, nach New York 1948 und 1960 zusammen.   «Jeder zog nach seiner Seite aus, man traf sich abends wieder und packte die Arbeiten aus. Mein Mann durchstöberte die Hafenquatiere, während ich schon am erste Tag den Rockefeller-Center erklomm», so Marguerite. Vier Jahre später reist sie allein durch die USA.

Marguerite Frey-Surbek: Manhattan. Holzschnitt 1949 © Kunstmuseum Bern
Victor Surbek, Zeichnung. © Orell Füssli Zürich, 1962

Und 1959 fliegt  Victor im Alter von 74 Jahren nach Kamerun zusammen mit dem Reiseschriftsteller René Gardi.

Buch-Cover: Schwarzes Arkadien, Orell Füssli. 1962

Heute: Werke in Sammlungen
Sie werden leider nur selten gezeigt und öffentlich zugänglich.

Ausnahme: Die Surbeksammlung im Schloss Spiez

Öffnungszeiten: siehe Website.

Im Schloss Spiez sind die Künstlerin und der Künstler in einem Raum vereint.

Kunstsammlung des Bundes, BAK, Bern

Marguerite Frey-Surbek

Victor Surbek

Kunstmuseum Thun

Marguerite Frey Surbek
Victor Surbek

Sammlung der Schweizerischen Mobiliar

Marguerite Frey-Surbek

Victor Surbek

Sammlung H. und S. Rohrer, Bern

Die rösste private Sammlung von Marguerite Frey-Surbek. Webseite erscheint demnächst

Auflösung Atelier Bern
Medienmitteilung

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